Vor fünf Jahren haben wir die Stadt verlassen. Wir wollten gesünder und naturnah leben, entschleunigen und uns wieder erden. Jetzt leben wir in einem kleinen nordhessischen Dorf in einem alten Fachwerkhaus mit großem Grundstück. Das Haus wird nur mit Einzelholzöfen beheizt und schreit ständig laut nach Renovierung. Wir haben gelernt, diese Schreie zu ertragen und eins nach dem anderen zu machen. Meist kommt eh etwas Ungeplantes dazwischen.

 

Anfangs waren wir nur zu zweit. Inzwischen leben hier auch zwei Hunde aus dem Tierheim und fünf Bienenvölker.

 

Die erste starke Veränderung war das Wiedererleben der Jahreszeiten. In unseren Breitengraden hat man nur drei bis vier garantiert heizfreie Monate. Dadurch ist der Wert des Sommers extrem gestiegen. Die Sommer auf dem Land sind schöner und die Winter sind härter als in der Stadt. Die Sommer sind bei uns sehr arbeitsintensiv durch Gartenarbeit, Ernte und Konservieren, die Winter gehören den Büchern, Handarbeiten und dem Frieren.

 

Wir haben einen Garten angelegt und genießen das, was uns die Wühlmäuse lassen.

Natur, Freunde, Kunst, Musik und Literatur sind für uns Inspiration und Lebensglück.

 

"Wenn du einen Garten in einer Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen."

Si hortum in bibliotheca habes, deerit nihil.

Cicero

 

Die zweite starke Veränderung ist das Wachsen einer Verbundenheit mit diesem Ort, seiner Flora und Fauna, das Empfinden eines Ganzen, wovon wir ein Teil sind. Vielleicht warten viele solcher Orte noch auf 'ihre' Menschen.

 

Immer öfter hören wir, dass auch andere an dem interessiert wären, was wir hier erfahren und ausprobiert haben.

Deshalb habe ich beschlossen, einiges hier darzustellen.

 

Wir freuen uns, wenn ihr uns begleiten würdet.

Maritta